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Proben für die Uraufführung

Mit Nestor Taylors Oper Eleni zeigt das Theater Erfurt am 3. Dezember 2022 erneut eine Welturaufführung. Mit hochemotionaler Musik erzählt das oratorienhafte Werk des zeitgenössischen australo-griechischen Komponisten Nestor Taylor (*1963) die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte einer selbstlos liebenden Mutter, die inmitten eines brutalen Krieges verzweifelt für die Zukunft ihrer Kinder kämpft.

Basierend auf dem autobiografischen Bestseller von Nicholas Gage (geb. Nikolaos Gatzoyiannis), dem Sohn der Protagonistin, ist Eleni ein packendes Bekenntnis gegen die Schrecken des Krieges und die damit verbundenen Gräueltaten.

In berührenden Arien und Duetten, eindrücklichen Chornummern und erschütternden Szenen erzählt Nestor Taylors Oper aus der Perspektive von Nicholas Gage vom tragischen Schicksal einer Bäuerin, die schließlich von Partisanenkämpfern hingerichtet wurde, weil sie ihre Kinder in Sicherheit bringen wollte.

So entführt die Oper die Zuschauer in die Zeit der späten 1940er Jahre als in Folge des Zweiten Weltkriegs ein brutaler Bürgerkrieg Griechenland entzweite und hunderttausende Opfer forderte – darunter auch die Titelheldin Eleni Gatzoyiannis. Sie zieht inmitten der Wirren von Zweitem Weltkrieg und anschließendem Bürgerkrieg zwischen kommunistischen Partisanen und royalistisch gesinnten Regierungstruppen alleine fünf Kinder groß. Spätestens als ihr Heimatdorf Lià in den nordgriechischen Bergen in die Hände der Partisanenkämpfer gerät, müssen die um ihr Leben fürchten: Wer den Partisanen nicht zu Diensten ist, wird gefoltert und hingerichtet. Nicht nur Männern, sondern auch den halbwüchsigen Töchtern Elenis sowie anderen jungen unverheirateten Frauen droht die Zwangsrekrutierung. Um ihre beiden Ältesten vor diesem Schicksal zu bewahren und zu verhindern, dass die jüngeren Geschwister in kommunistische „Bruderstaaten“ zwangsverschickt werden, organisiert Eleni die Flucht ihrer Kinder nach Amerika. Doch dafür muss sie, wie auch hunderttausende andere griechische Zivilisten, mit dem Leben bezahlen.

Generalintendant und Regisseur Guy Montavon inszeniert die Uraufführung. Für die Ausstattung zeichnet der französische Bühnen- und Kostümbildner Eric Chevalier verantwortlich. Die musikalische Leitung hat der griechische Dirigent Myron Michailidis inne, der die Uraufführung des Werkes mitinitiierte.

Guy Montavon über die Probenarbeit am Theater Erfurt