Während mitten im Sommer die Kinder des Amtmanns einen Weihnachtschoral üben, begegnet seine Tochter Charlotte dem jungen Werther, der sich sofort in sie verliebt. Auch Charlotte ist ihm zugetan, verdrängt dabei jedoch, bereits Albert versprochen zu sein. Als Werther davon erfährt, erkennt er die Aussichtslosigkeit seiner Liebe und zieht sich zurück. Nach einer Weile besucht Werther das inzwischen verheiratete Paar. Charlotte lässt keine Zweifel an ihrer ehelichen Treue aufkommen, und Albert bietet ihm gönnerhaft seine Freundschaft an. Werther schreibt nun fortwährend Liebesbriefe. Diese zeigen Wirkung, als Werther am Heiligabend erneut Charlotte besucht. Sie lässt ihre Liebe zu Werther erkennen, doch weist sie ihn schließlich ab. Werther erbittet von Albert dessen Pistole und wählt den Freitod. Charlotte findet den sterbenden Werther und gesteht ihm ihre Liebe.
Goethes Werther war für das 19. Jahrhundert kein typischer Opernstoff. So war es denn mit Jules Massenet auch ein französischer Komponist, der zuerst eine Adaption des Briefromans für die Opernbühne realisierte. Konsequenterweise verzichten die Autoren dabei auf Elemente der großen Oper wie Chöre oder Ensembles. Der Blick ist ganz auf das innere Drama der beiden Hauptfiguren gerichtet. Massenet unterstreicht die Handlung durch leidenschaftliche Gesangsmelodien und eine subtile Instrumentation.
Premiere 13. Dezember 2008, Großes Haus