Rumpelstilzchen

Märchen von Max Geuthner nach den Gebrüdern Grimm
Uraufführung Detmold 2012

Inszenierung Anne Keßler

Der königliche Sekretär Seibot übervorteilt die empörten Markthändler, indem er ihnen schamlos ihre Waren abpresst. Nur der Müller bleibt gleichmütig. Als Seibot aber über seine Tochter Lena herzieht, lässt er sich zu der Behauptung hinreißen, dass Lenas flinke Hände selbst Stroh zu Gold verwandeln könnten. Da der junge König Ulrich von Reichenstein große Geldsorgen hat, befiehlt er die Müllerstochter zu sich, damit sie dieses Wunder vollbringe. Weinend und ratlos sitzt sie nun in einer Kammer seines Schlosses. Aus ihrer Verzweiflung rettet sie das Rumpelstilzchen. Natürlich ist die Hilfe des rätselhaften Männchens nicht uneigennützig. Nachdem es zum dritten Mal Stroh zu Gold versponnen hat, nennt es einen sehr hohen Preis. Der König hat versprochen, Lena zur Frau zu nehmen, deshalb fordert Rumpelstilzchen nichts weniger als ihr erstes Kind. Als der seltsame Kobold plötzlich neben der Wiege des kleinen Prinzen steht und seinen Lohn einfordert, ist die Not groß. Das Flehen der jungen Königin erhörend, gibt Rumpelstilzchen ihr noch drei Tage Zeit seinen Namen zu erraten, wohl wissend, dass seit tausend Jahren niemand mehr diesen Namen erfahren hat.

Max Geuthners spannende und unterhaltsame Fassung verdeutlicht auf spielerische Weise, dass Geld oder Gold langfristig nicht glücklich machen können. Das geheimnisvolle Rumpelstilzchen trägt bei ihm auch nicht nur dämonische Züge. Es weiß um den Reichtum emotionaler Werte, wenn es sagt: "So ein Menschlein ist mir lieber als alle Schätze dieser Welt".

Premiere Do, 14. November 2013, Studio