Hoffmann ist verliebt in Stella, und die Muse liebt Hoffmann - beides funktioniert nicht. Und Hoffmann erzählt uns Geschichten von sich und seinen Geliebten, doch keine der Liebesgeschichten glückt: Olympia entlarvt sich als perfektes Püppchen, Antonia singt sich zu Tode und Giulietta macht ihn zum Mörder. Am Ende bleibt Hoffmann noch der Alkohol, die Kunst, die Verzweiflung ...
Wer war dieses "kleine bewegliche Männchen mit den ewig vibrierenden Gesichtsmuskeln, mit den possierlichen und doch unheimlichen Gesten", von dem Heinrich Heine so angetan war? Vielleicht war es das verwirrend-labyrinthische Bild von E.T.A. Hoffmann, dieses Magiers, Satirikers und Schwärmers, das "Hoffmann le fantastique" in Frankreich zur Sensation und zum Ausgangspunkt einer literarischen Tradition werden ließ. Jules Barbier und Michel Carré brachten in ihrem Theaterstück Les contes d’Hoffmann den "Superstar" Hoffmann auf die Bühne, indem sie das Geschehen um den historischen Hoffmann mit drei seiner Erzählungen verbanden. In dieser Form lernte Offenbach den Stoff kennen, der ihm als Libretto-Vorlage für seine musikalische Version diente, deren Uraufführung er jedoch nicht mehr erleben konnte. Das Werk wurde immer wieder von fremder Hand in eine spielbare Fassung gebracht. Die neueste und vollständigste Materialsammlung von Michael Kaye und Jean-Christophe Keck eröffnet uns die Möglichkeit, darin einen jener Menschen zu entdecken, deren Ich sich nicht auf Eines beschränken kann und dem Irrsinn der Realität entfliehen will - mit aller Kraft der Fantasie ...
Premiere: 7. September 2008, Großes Haus