"Ich arme Jungfer zart, ach, hätt ich genommen den König Drosselbart!" Ja, das hat sie nun davon, die hochnäsige Prinzessin von und zu Hohenstein. Alle edlen Freier hat sie abgewiesen und verhöhnt: Lang und schlank hat keinen Gang … kurz und dick hat kein Geschick … das Weinfass … der bleiche Tod und so weiter und so fort. Als sie den König von Saphirien wegen seines Aussehens als König Drosselbart verspottet, reicht es ihrem Vater, dem alten König. Er schwört, seine Tochter dem ersten besten Bettler, der an seinem Hof Almosen verlangt, zum Manne zu geben. Als ein fahrender Spielmann vor dem Schloss steht und um Gehör bittet, hält er Wort und gibt ihm schweren Herzens seine Tochter zur Frau. In einer armseligen Hütte muss sie nun alle Arbeiten selbst verrichten und zum gemeinsamen Lebensunterhalt beitragen. Hochmut und Stolz verfliegen bald, der Spielmann behandelt sie gut, und so lernt sie ihn und ihr neues Leben allmählich zu schätzen. Aber damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Als sich die frühere Prinzessin im Schlosse des Königs Drosselbart, der gerade seine Hochzeit ausrichtet, als Küchenmagd verdingt, erfährt sie, wer sich hinter dem Spielmann wirklich verbirgt.
Um zwei Wichtelmännchen hat Georg A. Weth seinen König Drosselbart ergänzt, in einer Fassung, die sich ansonsten eng an das Grimmsche Original hält. In oft komischen Situationen begleiten sie als Rahmenfiguren oder Kommentatoren die Handlung, nehmen Anteil am Schicksal der Prinzessin und stehen ihr quasi unsichtbar zur Seite.
Premiere Mi, 14. November 2012, Studio