In einem Dorf in der Slowakei liebt Jenufa den
extrovertierten Stewa und erwartet ein Kind von ihm. Ihre Schande droht
offenbar zu werden, wenn Stewa zum Militär muss und sie nicht heiraten kann.
Sie hat Glück, denn Stewa wird nicht ausgehoben. Dessen stiller Stiefbruder
Laca beobachtet voll Eifersucht das Glück des Paares – auch er liebt Jenufa. Nachdem das Kind heimlich zu Welt kommt, verliert Stewa das Interesse an Jenufa. Von einer Heirat mit ihr hält Laca nur noch das Kind ab, jedoch wird der Zeitpunkt einer Zusammenfindung der beiden kommen...
Wie viele Komponisten um 1900 vertonte Janáček kein Libretto, sondern setzte ein in Prosa abgefasstes Drama der Dichterin Gabriela Preissová in Musik. Mit seiner ausdrucksstarken und ebenso genau an tschechischer Sprachmelodie wie an mährischer Volksmusik geschulten Musik vermochte er dem naturalistischen Drama mit seinem unerwartet gutem Ende zu einer atmosphärischen Eindringlichkeit zu verhelfen, ohne den einfachen Menschen des Bergdorfes die musikdramatischen Vokabeln irgendeiner der damals herrschenden Schulen in den Mund legen zu müssen.
Premiere 13. März 2004, Großes Haus