Des Kaisers neue Kleider

Genre
Schauspiel

Schauspiel von Lothar Drude
nach dem Märchen von Hans Christian Andersen

Nie ist dem Kaiser seine Garderobe gut genug. Neue, bessere, prächtigere Kleider müssen es sein. Wie sollen ihn sonst seine Untertanen bewundern können. Dummerweise hat er seinen Hofschneider schon wieder entlassen. Der Oberzeremonienmeister schickt unverzüglich Kuriere mit der Nachricht ins Land, dass derjenige eine große Belohnung erhält, der seine kaiserliche Hoheit mit neuen Kleidern zufriedenstellt. Nicht lange, und es meldet sich ein Fremder, der verspricht, ganz besondere Kleidung anzufertigen. Gewänder, die nur der sehen kann, der nicht dumm und seines Amtes würdig ist. Auch wenn niemand, weder der Oberzeremonienmeister noch die Hofdame oder sogar der Kaiser, die angeblich so bemerkenswerten Stoffe und Kleider sehen können, wagt es doch keiner von ihnen, diese Wahrheit auszusprechen. Aus Angst, ihre Stellung oder ihr Ansehen zu verlieren, verstricken sich alle in einem Netz aus Lügen und Heuchelei. Nur der Hofnarr durchschaut als einziger das falsche Spiel des falschen Schneiders. Am Ende steht ein Kaiser – samt seiner Hofgesellschaft – blamiert vor seinem Volk.

Hans Christian Andersens 1837 erschienenes Märchen von der Eitelkeit und Verlogenheit der Reichen und Mächtigen, stellt auch die Frage, wie sehr man sich Moden und Autoritäten unterwerfen sollte. Vertraut man der eigenen Wahrnehmung oder ordnet man sich dem allgemeinen Konsens unter? „Lügen haben kurze Beine“ und Schein kann Sein nicht wirklich ersetzen. Das Fazit der Geschichte: Wer immer eindrucksvollere Gewänder als Zeichen von Macht und Klugheit anstrebt, steht am Ende nackt da.

Premiere / 11. November 2015

Inszenierung / Mareike Zimmermann