Der junge Sándor Bárinkay kehrt nach langjährigen Kriegswirren in seine ungarische Heimat zurück. Doch die einstigen Güter seines Vaters wurden durch den Schweinezüchter Zsupán annektiert. Und der ist nicht geneigt, seinen Besitz an Bárinkay abzutreten. Da hilft es auch nicht, dass sich Sándor in Zsupáns Tochter Arsena verliebt, zumal diese bereits mit dem braven Ottokar liiert ist. Enttäuscht zieht Bárinkay von dannen, um sich jedoch nach kurzer Zeit zum Zigeunerbaron adeln zu lassen, nachdem die alte Czipra in ihm den Sohn des ehemaligen Gutsherrn erkannt hat. Und, wie es der Operetten-Zufall so will: Bárinkay verliebt sich in Czipras Pflegetochter Saffi, von deren blaublütiger Herkunft er bald darauf erfahren wird. Als einfacher "Zigeunerbaron" fühlt er sich ihrer nun nicht mehr würdig und zieht, ebenso wie Zsupán und Ottokar, in den Krieg. Happy End ausgeschlossen? Wäre doch gelacht, wenn in der Operette nicht doch noch die Liebe zu ihrem Recht käme …
Als Der Zigeunerbaron am 24. Oktober 1885 das Licht der Welt erblickt, ist Johann Strauß bereits zum unumstrittenen König der Operette aufgestiegen. Rasch avanciert Der Zigeunerbaron zu einem seiner erfolgreichsten Bühnenwerke. Gleichwohl markiert das Stück einen bezeichnenden Wendepunkt zumal der Wiener Operettentradition, feiern im Zigeunerbaron doch auch "patriotisch- patriarchalisch-paternalistische Werte" (Volker Klotz) fröhliche Urständ. Genau diese Aspekte hinterfragen Regisseur Karl Absenger und Ausstatterin Tamara Oswatitsch in ihrer Inszenierung des Zigeunerbarons.
Premiere 11. Oktober 2008, Großes Haus