Der Mann der seine Frau mit einem Hut verwechselte

Genre
Oper

Kammeroper in einem Akt von Michael Nyman
Text von Oliver Sacks, Christopher Rawlence und Michael Morris
Uraufführung London 1986
In deutscher Sprache

Inszenierung Markus Weckesser

Dr. P., ein Sänger und Gesangslehrer, leidet an visueller Agnosie - eine Art Geistesblindheit, hervorgerufen durch Beschädigungen der visuellen Zonen des Gehirns. Er empfindet zunehmend Schwierigkeiten, Gegenstände wie eine Rose, einen Handschuh oder auch das Gesicht seiner eigenen Frau, das er für einen Hut hält, zu erkennen. Halt in einer immer verwirrender werdenden Welt bietet ihm allein die Musik. So gerät ihm der Lärm der Straße zur "Geräuschsinfonie", und auch die gewöhnlichsten Vorgänge des Lebens werden von Musik begleitet. "Für alles singt er sich selbst ein Lied vor", so Dr. P.s Frau über den Alltag ihres Mannes: "So geht das immer, Anziehlied, Badelied, Essenslied." Als einzig mögliche Therapie verschreibt ihm sein Arzt folglich nur - Musik!

In seinem Bestseller Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte hat der 1933 in London geborene Neurologe Oliver Sacks Berichte über Erkrankungen insbesondere der rechten Hälfte des menschlichen Gehirns versammelt; denn "die klassische Neurologie [...] beschäftigte sich mehr mit schematischen Abläufen als mit der Realität, sodass man einige Syndrome der rechten Gehirnhälfte nach ihrer Entdeckung lediglich als wunderliche Phänomene abtat." (Sacks) Der britische Komponist Michael Nyman schuf 1986 aus Sacks bekanntestem Krankenbericht eine der meist gespielten Kammeropern des zeitgenössischen Repertoires. Die klein besetzte Partitur bietet eine Fülle an vielschichtigen Klangmaterial und mischt virtuos Zitate aus Liedern Robert Schumanns mit Elementen der amerikanischen Minimal Music.

Premiere Fr, 22. Januar 2016, Großes Haus