Der gestiefelte Kater

Genre
Schauspiel

Märchen von Gunnar Kunz nach den Gebrüdern Grimm
Uraufführung Kassel 2008

Inszenierung Matthias Stier

Nach dem Tod des Müllers teilen seine drei Söhne das Erbe untereinander auf. Der Jüngste bekommt dabei nichts als einen Kater. Aber ist das wirklich so ein Unglück, wie es ihm im ersten Moment scheinen will? Der Kater jedenfalls gibt ihm unmissverständlich zu verstehen, dass das Glück ihm mehr als hold war, ausgerechnet ihn geerbt zu haben. Alles ist möglich sagt der Kater, sogar, dass aus einem armen Müllersohn ein König wird und unterstreicht seine Haltung mit den bekräftigenden Worten: Es gibt immer eine Lösung, für jedes Problem. Man muss es nur anpacken. Und das pfiffige Tier hat jede Menge Tricks auf Lager, um diesen Worten Taten folgen zu lassen. Binnen kurzem gewinnt er das Vertrauen des Königs und sorgt dafür, dass aus dem Müllersohn der geachtete Graf Von-und-Zu-Auf-und-Aus wird, an dem auch die Prinzessin großes Gefallen findet. Sogar der etwas überhebliche Zauberer mit all seinen Kräften ist der Schlauheit des gewitzten Tieres nicht gewachsen. Und am Ende stellt der Müllersohn fest, dass sein Kater Recht hatte: Man muss von Zeit zu Zeit mal etwas wagen. Denn was zählt, ist nicht wer du bist, sondern wer du sein könntest.

Der Schriftsteller Gunnar Kunz hält sich mit seiner Fassung dicht am Grimmschen Original, das er mit lustigen Wortspielen versehen hat. Neben vielen anderen klassischen Märchen bearbeitet er als Autor auch Stücke von Shakespeare oder Molière, verfasst Bücher und Hörbücher, die er oft auch selber illustriert. Zwei historische Kriminalromane, die in den Zwanzigerjahren in Berlin spielen, wurden im Erfurter Sutton-Verlag veröffentlicht.

Premiere 5. November 2009