Argans Tagesablauf wird hauptsächlich von der grundlosen Sorge um sein körperliches Wohlbefinden bestimmt. Als Hypochonder wird er von seinem Arzt Dr. Purgon und dessen Apotheker schamlos ausgenutzt. Mit großem Eifer befolgt er alle unsinnigen Anordnungen und entwickelt sich zum Haustyrannen. Um sich Konsultationen und Verordnungen zu ersparen, plant er, seine Tochter Angelika mit dem zukünftigen Arzt und Sohn einer wohlhabenden Familie von Ärzten, Thomas Diaforius, zu verheiraten. Doch Angelika ist in Kleanth verliebt. Durch einen klugen Trick gelingt es dem energischen Dienstmädchen Toni nicht nur, dass Angelika den Mann ihrer Wahl heiraten kann, sie schafft es sogar, Argan die Augen über seine erbschleichende zweite Frau Belinde zu öffnen und erreicht, dass der Hausherr sich zukünftig selbst behandelt.
Molières Theaterschaffen ist breit gefächert, von der pointierten Farce über die Prosakomödie bis zur Haute Comédie. In ihnen thematisiert er überwiegend gesellschaftskritische Probleme, in deren Mittelpunkt Honoratioren stehen, die er mit all ihren menschlichen Schwächen schonungslos bloßstellt. Der eingebildete Kranke ist Molières letztes Werk, die Rolle des Titelhelden spielte der Dichter zur Uraufführung in Paris selbst.
Premiere Fr, 13. Juli 2012,Theatrium