Der Corregidor

Oper in vier Akten von Hogo Wolf
Text von Rosa Mayreder
nach der Novelle Der Dreispitz (1874) von Pedro Antonio de Alarcón y Ariza
Uraufführung Mannheim 1896

Das Glück des Müllers Lukas und seiner Frau Frasquita ist vollkommen - wäre da nicht Don Eugenio de Zuniga, der Corregidor. Der hat ein Auge auf die schöne Müllerin geworfen und entblödet sich nicht, einen plumpen Annäherungsversuch nach dem anderen zu wagen. Als er ihr einen Kuss geben will, stürzt er, wird zum Gespött des Paares und sinnt auf Rache. Unter einem Vorwand lockt er Lukas am Abend aus dem Haus, um sich ungestört mit Frasquita zu vergnügen. Auf dem Weg zu ihr fällt der Corregidor in einen Bach und erscheint tropfnass vor der Mühle. Frasquita durchschaut sogleich den Plan des greisen Potenzprotzes und eilt fluchtartig zu ihrem Mann, der seinerseits die ihm gestellte Falle bemerkt hat und zurück zu seiner Frau will. In Dunkelheit und allgemeiner Verwirrung verpassen sich die beiden jedoch. Bevor Lukas also Frasquita wieder in die Arme schließen kann und der Corregidor seine Lektion gelernt hat, gilt es, dem einen oder anderen unglücklichen Zufall ein Schnippchen zu schlagen - Blessuren für alle Beteiligten inklusive!

Der Corregidor ist die einzige vollendete Oper des Liedkomponisten Hugo Wolf. Das Libretto nach der bekannten Novelle Der Dreispitz stammt von der Schriftstellerin, Malerin und Frauenrechtlerin Rosa Mayreder (1858 -1938), die zu den wenigen Förderern des zeitlebens mittellosen Wolf zählte. Die Oper ist in musikalischer und formaler Hinsicht eine spannende Auseinandersetzung mit Wagners Meistersingern von Nürnberg. Indem Wolf zudem einige seiner Lieder in die sinfonisch durchkomponierte Partitur einstreute, scheint der nun erstmals in Erfurt zu erlebende Corregidor geradezu prädestiniert für eine Aufführung in der Reihe "Oper am Klavier".

Einmalige Aufführung So, 11. November 2012, Studio