„Dein ist mein ganzes Herz …“ – Es ist eine der berühmtesten Liebeserklärungen der Musikgeschichte. Doch das Lied des chinesischen Prinzen Sou-Chong an seine Lisa erklingt zu einem Zeitpunkt, als die Flitterwochen-Stimmung des jungen Paares bereits Risse erhalten hat. Die Tochter des österreichischen Grafen Lichtenfels war ihrem Traumprinzen Hals über Kopf nach China gefolgt, wo sie schon bald feststellen muss, welche Kälte sich hinter der lächelnden Fassade verbirgt; zumal wenn sie ihr in Gestalt des missgünstigen Sittenwächters Tschang gegenübertritt. Der hat nichts Besseres zu tun, als Sou-Chong beständig an seine Pflichten als Ministerpräsident zu erinnern. Tschangs Beharren auf traditionellen Werten ist es vor allen Dingen, das schließlich die Liebe Lisas und Sou-Chongs zu Fall bringt. Und so gibt Lisa am Ende ihrer Sehnsucht nach, um an der Seite ihres Jugendverehrers Gustl in die Heimat zurückzukehren. Zurück bleibt ein einsamer Prinz mit seiner Schwester Mi, um zum Abschied zu „lächeln trotz Weh und tausend Schmerzen.“
Basierend auf einer Vorlage des österreichischen Schriftstellers Victor Léon, ist Das Land des Lächelns von Franz Lehár und seinen Librettisten Ludwig Herzer und Fritz Löhner eines der meistgespielten Werke der so genannten Silbernen Operettenära. Komponiert zu Beginn der 1920er Jahre, ging die Uraufführung 1923 zunächst unter dem Titel Die gelbe Jacke mit wenig Erfolg in Wien über die Bühne. Sechs Jahre später hob sich am Berliner Metropol-Theater der Vorhang zur gefeierten Premiere der überarbeiteten Fassung unter dem neuen Titel Das Land des Lächelns. Maßgeblichen Anteil am nachhaltigen Erfolg der zweiten Uraufführung hatte der Tenor Richard Tauber, dessen Interpretation der berühmtesten Melodien dieser Operette bis heute Maßstäbe gesetzt hat.
Premiere Sa, 10. Oktober 2015