"Zwei Männer und eine Frau, auf der Flucht vor den Konstablern, bleiben in einer öden Gegend stecken. Sie beschließen, eine Stadt zu gründen, in der den Männern, die von der Goldküste her vorüber kommen, ihre Bedürfnisse erfüllt werden sollen. In dieser ‚Paradiesstadt’, die hier entsteht, führt man ein beschauliches und idyllisches Leben. Das kann aber die Männer von der Goldküste auf die Dauer nicht befriedigen. Es herrscht Unzufriedenheit. Die Preise sinken. In der Nacht des Taifuns, der gegen die Stadt heranzieht, erfindet Jim Mahoney das neue Gesetz der Stadt. Dieses Gesetz lautet: ‚Du darfst alles’. Der Taifun biegt ab. Man lebt weiter nach den neuen Gesetzen. Die Stadt blüht auf. Die Bedürfnisse steigen - und mit ihnen die Preise. Denn man darf alles - aber nur, wenn man es bezahlen kann. Jim Mahoney selbst wird, als ihm das Geld ausgeht, zum Tode verurteilt. Seine Hinrichtung wird zum Anlass einer richtigen Demonstration gegen die Teuerung, die das Ende der Stadt ankündigt. Das ist die Geschichte der Stadt Mahagonny." (Kurt Weill)
Brecht und Weill setzten nach der Dreigroschenoper ihre Zusammenarbeit mit einer großen durchkomponierten Oper fort. Die darin offenkundige Form- und Gesellschaftskritik rief bei der Leipziger Uraufführung 1930 heftige Proteste hervor, die zu einem der größten Theaterskandale der Weimarer Republik führten, ohne den späteren Erfolg der Oper aufhalten zu können. Das Erfurter Theater war für Kurt Weill ein wichtiger Ort, nicht zuletzt durch die Aufführung seines Opernerstlings Der Protagonist (1926) und die Uraufführung von Der Silbersee (1933). Grund genug, im Umfeld des Gedenkjahres "Bauhaus 2009" auch an diese Tradition anzuknüpfen.
Premiere Sa, 21. Februar 2009, Großes Haus