Umberto Giordanos packendes Drama erzählt vor dem Hintergrund einer politischen Intrige während der Französischen Revolution und der anschließenden Schreckensherrschaft der Jakobiner vom Schicksal des Dichters Andrea Chénier. Durch seinen schwärmerischen Einsatz für die Ideale von Freiheit und Humanität ist dieser sowohl den Vertretern des alten Adels als auch den einstigen Revolutionsführern ein Dorn im Auge. Als er sich dann noch in die Edeldame Maddalena di Coigny verliebt, die auch von dem Lakaien und Revolutionär Carlo Gérard begehrt wird, gerät selbst die Sehnsucht nach privatem Glück in die Fänge der Politik. Am Ende bleibt Maddalena und Andrea nur der Gang zur Guillotine, um im gemeinsamen Tod „unsterblich“ zu werden.
Im März 1896 an der Mailänder Scala uraufgeführt, ist Andrea Chénier die berühmteste Oper Umberto Giordanos, der neben Pietro Mascagni und Ruggero Leoncavallo als bedeutendster Vertreter des Verismo gilt. Im Zentrum steht mit dem französischen Dichter André Chénier, der 1794 im Alter von nur 31 Jahren unter der Guillotine den Tod fand – wenige Tage vor dem Ende der Schreckensherrschaft und der Hinrichtung Robespierres – eine ähnlich schillernde Persönlichkeit wie der politische Revolutionsführer Georges Danton. Giordano gestaltet sein Musikdrama als großes Historiengemälde und führt den Zuschauer mit Revolutionsmelodien – darunter das berühmte „Ça ira“ und die „Marseillaise“ – auch musikalisch mitten hinein in die politischen Wirren der 1790er Jahre.
Premiere Sa, 30. Mai 2015, Großes Haus