Fünf Vorstellungen der zeitgenössischen Oper stehen auf dem Spielplan
Der Komponist Udo Zimmermann wollte die emotionalen Grenzerfahrungen zweier Menschen, die ihre Stimme gegen das Unrecht erheben – und dies am Ende mit dem Tod bezahlen – musikalisch-szenisch greifbar machen. In der Inszenierung von Markus Weckesser und dem Bühnenbild von Hank Irwin Kittel, die am 25. Januar 2025 Premiere feierte, sitzt das Publikum an einer langen Tafel in einem von Zeltwänden umgebenen Raum. Es gibt keine Trennung zwischen Bühne und Publikum, so dass sich ein inneres Theater, das die psychischen Extremzustände der berühmten Widerstandsikonen Hans und Sophie Scholl in der letzten Stunde vor ihrer Hinrichtung am 22. Februar 1943 imaginiert, entfaltet. Der instrumentale Part der Kammeroper wird von sechs Musikerinnen und Musikern des Philharmonischen Orchesters Erfurt unter der musikalischen Leitung von Leonie Bulenda übernommen. Sie sitzen direkt hinter den Zeltwänden und erzeugen durch diese unmittelbare Nähe ein extrem intensives Klangerlebnis, dem sich niemand entziehen kann.
Begleitprogramm
Der Leiter der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße, Dr. Jochen Voit, lädt jeweils eine Stunde vor den Abendvorstellungen am 25.09. und 26.09. (jeweils um 19 Uhr) sowie am 07.11. (um 19 Uhr) exklusiv zu einer Führung durch die Räumlichkeiten der Gedenkstätte ein. Er wird über eine Erfurter Jugendwiderstandsgruppe erzählen und so die historischen Hintergründe der Kammeroper veranschaulichen. Im Anschluss an diese drei Vorstellungen findet außerdem ein Nachgespräch mit den Künstler:innen und dem Regieteam statt, zu dem wir Sie herzlich einladen.
Die hohe Nachfrage nach der Kammeroper zeigt einmal mehr, wie wichtig den Menschen die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus ist und wie gefährlich Hass, Rassismus, Antisemitismus und Diktatur sind.
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