Der Oscar-prämierte Film kommt als Oper nach Erfurt
Die Oper des im Jahr 2020 verstorbenen US-amerikanischen Komponisten Charles Wuorinen wurde 2014 in Madrid uraufgeführt und erlebte im Theater Aachen ihre deutsche Erstaufführung. Nach Gießen und Trier ist Erfurt die vierte deutsche Spielstätte, an der die archaische, zeitlose Liebesgeschichte zwischen zwei Männern in einer Tragödie endet. Der Regisseur Jakob Peters-Messer ist in Erfurt kein Unbekannter. Unter seiner Regie wurde 2009 Das Waisenkind von Jeffrey Ching uraufgeführt und 2016 inszenierte er eindrucksvoll Puccinis Tosca bei den DomStufen-Festspielen.
Im Unterschied zum Film, der 2006 in den Kategorien „Beste Regie”, „Bestes adaptiertes Drehbuch” und „Beste Filmmusik” mit drei Oscars ausgezeichnet wurde, spielt die Handlung der Oper nicht an einem romantischen Ort. Vielmehr fungieren die Natur und speziell der Berg als immerwährendes Mahnmal für die Unvereinbarkeit gleichgeschlechtlicher Liebe. So kreiert der Ausstatter Pascal Seibicke eine abstrakte, graue Landschaft, die mit einer naturrealistischen Berglandschaft nichts zu tun hat. Ein Büro, eine Wohnung und ein Hochzeitsgeschäft sind in Schwarz-Weiß und Grautönen gestaltet und kommen mit ganz reduzierten Requisiten aus. Bei den Kostümen setzt er auf heutige Bekleidung, die meist in den Farben Grau und Beige gehalten ist, sowie auf Cowboy-Hüte im typischen Westernstil.