Lassen sich alle künstlerischen Ideen auf der Bühne umsetzen?
„Geht nicht, gibt's nicht“, sagt Andreas Degenhart, Leiter der Bühnentechnik im Theater Erfurt. Im Interview mit der Thüringer Allgemeinen berichtet er von den besonderen Herausforderungen, denen sich sein erfahrenes Team bei der Umsetzung des Ballettdoppelabends La Valse / Le Sacre du printemps stellt.
Die Idee für das Bühnenbild und die Kostüme stammt von Stephan Thoss, Marko Japelj und Leo Kulas. Das Stück feierte als Koproduktion mit dem Thüringer Staatsballett bereits im Mai 2024 im Theater Altenburg Gera Premiere. Somit kann das Team von Andreas Degenhart auf die Erfahrungen und die Unterstützung der Kolleg:innen des Theaters Altenburg Gera setzen. Die größte Herausforderung ist das Wasser auf der Bühne im zweiten Teil des Ballettabends. Der Choreograf Edward Clug entfesselt im wahrsten Sinne des Wortes die Kraft des Wassers bei seiner Interpretation von Strawinskys Le Sacre du printemps. Er vertreibt den Winter aus dem ersten Teil und lässt neues Leben sprießen. Dafür werden rund 200 Liter Wasser aus zwölf Eimern und einer speziellen Regenanlage auf der Bühne verteilt. Genau darin liegt die große Herausforderung für alle Beteiligten, sowohl hinter als auch auf der Bühne. Das Wasser wird nicht auf einmal, sondern passend zur Choreografie in bestimmten Abständen durch Betätigung eines Seilsystems an den Eimern ausgekippt. Jeweils vier Eimer hängen in drei langen Reihen hintereinander im Schnürboden und müssen nacheinander im perfekten Tempo gekippt werden.