Das Leitungsteam um Regisseur Guy Montavon, Chefdirigent Alexander Prior, Chefdramaturg Arne Langer und Ausstatter Hank Irwin Kittel möchte Felix Weingartners Oper Orestes nach über 100 Jahren aus der Vergessenheit holen. 1902 feierte Orestes seine Uraufführung in Leipzig und wurde an vielen großen Opernhäusern gespielt, bis sie von der ungleich radikaleren Elektra von Strauss aus den Spielplänen verdrängt wurde.
Am Theater Erfurt begannen Anfang der Woche die Proben für dieses opulente Werk, das auf der "Orestie des Aischylos" basiert, der ältesten erhaltenen Bühnentrilogie des antiken Theaters. Gar nicht alt, sondern extra neu wurden Laura Nielsen (kanadische Sopranistin), Ilia Papandreou (griechische Sopranistin) und Elsa Roux Chamoux (französische Mezzosopranistin) für die Inszenierung mit einem Gastspielvertrag verpflichtet. Laura Nielsen gibt als „Kassandra“ in Orestes damit in Erfurt sogar ihr europäisches Operndebüt. Einen langen Atem wird es für die vom Schicksal geprägte schwere Musik brauchen. Für Elsa Roux Chamoux – langjähriges Mitglied der französischen Nationalmannschaft im Rollhockey – sowie für alle anderen Sänger:innen ist das weniger ein Problem, sondern weckt schon heute jede Menge Energie und Euphorie, um diese höchst eindrucksvolle spätromantische Musik wieder zum Klingen zu bringen.
Foto: Fabian Drews | v.l.n.r.: Hank Irwin Kittel (Ausstattung), Guy Montavon (Inszenierung), Alexander Prior (Musikalische Leitung)