Eine spartenübergreifende Inszenierung mit der Freien Szene
„Die STUDIO.BOX wird zum alten Spielplatz zwischen Plattenbauten mit Klettergerüst, Sandkasten und einem Kiosk nebenan“, beschreiben Regisseur Matthias Thieme und Ausstatterin Mila van Daag das Bühnenbild zum Probenstart von Novemberkinder. Die Stückentwicklung beginnt im November 1989, als die Wende kam und nicht nur die typischen Spielplätze in den Plattenbaugebieten der DDR nach und nach verschwanden.
Wie ist das Leben von Menschen gewesen, die die DDR und den Mauerfall nicht mehr bewusst erlebt haben? Die ein „Früher war alles besser“ nicht mit eigenen Erinnerungen füllen können und doch immer wieder mit Ost-Zuschreibungen konfrontiert sind. Davon wird unter anderem die Liedermacherin Paula Linke erzählen. Selbst Nachwende-, also Novemberkind hat sie das Konzept des Abends mit entwickelt und wird einige ihrer Songs zusammen mit Musikern des Philharmonischen Orchesters Erfurt zum Besten geben. Diese hat Cindy Weinhold (2024/2025 in der STUDIO.BOX musikalische Leiterin von It’s a kind of) – neben anderen bekannten Musiktiteln von Novemberkindern – für den Abend für Klarinette (Thomas Richter), Schlagzeug (Kilian Hartig/Jean-Pierre Lim), Kontrabass (Thomas Lenders) und Klavier arrangiert. An letzterem wird Daniel Gracz als musikalischer Leiter der Produktion sitzen. Bekannt ist er als Teil des Kabarett-Duos Bermuda Zweieck, das übrigens diese Spielzeit sein neues Programm in der STUDIO.BOX präsentieren wird und in der STUDIO.BOX 2023 Hurra, die Welt geht unter entwickelt hat.
Was haben wir in den letzten 36 Jahren zusammen im wiedervereinten Deutschland erlebt? Wie prägt uns die Vergangenheit und wie können wir zusammen nach vorn schauen? Persönliche Lebenswege, politische Ereignisse, Modetrends und Popkultur lassen wir zusammen Revue passieren.
Die Choreografin Mandy Unger, die ebenfalls 1989 geboren wurde, wird selbst tanzen und als DJ Techno für die entstehende Rave-Kultur musikalisch beisteuern. Dank des schauspielerischen Talents von Karl Seibt – früher aktiv auf der Bühne des Erfurter Kinder- und Jugendtheater Die Schotte – werden die beiden prominenten Gäste Bill Kaulitz und Felix Kummer würdig vertreten. Leider musste Taylor Swift, die ebenfalls zu den 1989ern zählt, ihren Auftritt absagen. Dafür hat aber Alf zugesagt.
Er landet am 20. Dezember pünktlich zur Premiere. Und dann sind auch Sie gefragt: Wer Lust hat, darf beispielsweise bei den Vorbereitungen einer Kartoffelsuppe mithelfen.

Beitragsfoto: Steffi Becker | v.l.n.r. Thomas Richter, Daniel Gracz, Kilian Hartig, Thomas Lenders, Jean-Pierre Lim und Paula Linke