Auf-, Ab-, Aus- oder Umbauen

Orchesterwarte sorgen für einen reibungslosen Ablauf

Stühle, Notenständer mit und ohne Beleuchtung, Notenmappen, Akustikwände und alle großen Instrumente von der Harfe über Pauken, Tasteninstrumente oder Kontrabässe müssen je nach Besetzungsplan für ein Konzert oder ein Musiktheaterstück bereitgestellt werden. Wer genau dafür und für vieles mehr verantwortlich ist, haben wir im Gespräch mit den beiden Orchesterwarten Rolf Horvarth und Marcus Thelemann erfahren.

Eines wird gleich zu Beginn des Gesprächs klar. Im Theater hat alles seine Ordnung und seinen Platz, nichts wird dem Zufall überlassen. Bevor die Arbeit der Orchesterwarte beginnt, muss Katharina Landefeld, die Orchesterdirektorin des Theaters, einen Besetzungsplan für die Vorstellung erstellen. Auf dieser Grundlage zeichnen die Orchesterwarte dann den Konzertplan, der den genauen Umfang der benötigten Aufbauten festlegt und am Ende von den Bühnenmeistern umgesetzt wird. Jeder Stuhl und jedes Instrument hat seinen festen Platz im Orchester, ob im Orchestergraben, auf der Bühne, im Orchesterprobenraum oder sonst wo. Rolf Horvath und Marcus Thelemann sorgen seit 2012 als perfekt eingespieltes Team für einen reibungslosen Ablauf und haben auf dem Domplatz, beim Krämerbrückenfest, bei Breuninger, auf der Straßenbahn, im Großen Haus und in der STUDIO.BOX schon so gut wie alles auf-, ab- und/oder umgebaut.

Rolf Horvath arbeitet seit 1995 am Theater. Er begann als Bühnentechniker und ist seit 2007 als Orchesterwart tätig. Neben seiner Leidenschaft für das Theater, die schon früh durch seinen Vater als Orchestermusiker geweckt wurde, spielt das Radfahren eine wichtige Rolle in seinem Leben und ist der perfekte Ausgleich zum Berufsalltag.

Marcus Thelemann stammt ebenfalls aus einer Theaterfamilie und spielte als Kind selbst eine Zeit lang Posaune. Nach seiner Tischlerlehre am Theater arbeitete er ab 1990 zunächst im Schauspielhaus als Bühnentechniker und ab 2012 als Orchesterwart.

Routine und gute Zusammenarbeit sind für beide sehr wichtig, denn die Umbauzeiten zwischen den einzelnen Veranstaltungen sind teilweise extrem kurz, so dass jeder Handgriff perfekt sitzen muss. Als Orchesterwarte sind sie auch für die Noten verantwortlich, die die Orchestermusikerinnen und -musiker benötigen. Diese werden von der Bibliothekarin Susanne Hulsch bereitgestellt und von den Orchesterwarten verteilt. Nach den Vorstellungen werden sie wieder eingesammelt und sicher verwahrt. Verwahrt, gelagert und transportiert werden grundsätzlich alle Gegenstände und Instrumente, die sich nicht im Privatbesitz der Musiker:innen befinden und die nicht selbst getragen werden können. Dazu gehören z.B. die Bässe, Harfen, Pauken, Schlagzeuge, E-Pianos und Flügel, die in entsprechenden Instrumentenkoffern bzw. im Flügelzimmer gelagert werden. Auch um die Reparaturen oder Neuanschaffungen von Pulten, Stühlen oder Lampen müssen sie sich in enger Absprache mit der Orchesterdirektorin kümmern. Letztendlich ist es dem logistischen Denken, dem Einfühlungsvermögen und dem Improvisationstalent der Orchesterwarte zu verdanken, dass jeder seinen perfekten Arbeitsplatz vorfindet und für ein besonderes Musikerlebnis sorgen kann.

Am 18. Oktober 2024, vor der nächsten Vorstellung von TOSCA, sind Sie herzlich eingeladen, einen Blick in den Orchestergraben zu werfen und sich selbst ein Bild von der Arbeit der Orchesterwarte zu machen.