Oper & Tanz & Pop in der STUDIO.BOX
Letzte Woche stellte Regisseur Markus Weckesser das Konzept für den Abend vor, in dem spartenübergreifend eine zeitgenössische Kammeroper, Tanz, Pop und Performance kombiniert werden. In den nächsten fünf Wochen wird er diese besondere Inszenierung zusammen mit dem musikalischen Leiter Stefano Cascioli, dem Art-Pop-Duo Circle To Square aus Weimar, der Choreografin Maya Gomez, der Ausstatterin Nai-Ying Wang und der Dramaturgin Anna Nolte entwickeln.
Im Fokus des Projekts stehen sexistischen Rollenbilder, die unsere patriarchale Gesellschaft bis heute prägen und sich bereits in der griechischen Mythologie etabliert haben. In Deutschland wird fast täglich eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner umgebracht. Diese Femizide werden bagatellisiert und oft als Beziehungsdrama dargestellt.
Bei der rund 20-minütigen Kammeroper Dafne des italienischen Komponisten Mario Pagotto handelt es sich um eine deutsche Erstaufführung mit der Mezzosopranistin Ks. Katja Bildt in der Titelrolle, die sich auf eine mythische Erzählung bezieht. Die durch die Verwandlung in einen Lorbeerbaum vor einer Vergewaltigung bewahrte Nymphe Daphne klagt das ihr und vielen weiteren Frauen widerfahrene Leid eindrucksvoll und berührend an. Stefano Cascioli war selbst Student von Pagotto und erklärt: „Der Komponist kombiniert verschiedene Stile, in denen durch die Schichtung von Rhythmen und der Platzierung von Pausen Unruhe erzeugt wird“.
Der Ambientkünstler Alex Smalley und die ehemalige Chapeau Claque-Sängerin Maria Antonia Smalley thematisieren in ihren Songs sowie Visual- und Sound-Collagen ihre Sichtweise nicht nur auf Gewalt gegen Frauen und ihre Ursprünge, sondern imaginieren auch eine hoffnungsvolle Perspektive für die Zukunft.
Die beiden Tänzerinnen Maya Gomez und Johanna Junghans wirken als verbindendes Element am gesamten Abend mit. Die Bühne selbst ist wie ein Museumsraum gestaltet. In ihrer Mitte befindet sich ein Podest. Darüber hängen zwei unterschiedlich große Ringe, an denen leichte Stoffbahnen befestigt sind.
Ab dem 2. Oktober 2025 können Sie selbst herausfinden, wie sich der Abend entwickelt und wie sich die Atmosphäre durch Ton, Licht und Bewegung verändert.