Alte Kulissenteile, Requisiten und Kostüme kommen wieder zum Einsatz
Wenn Elektroteile, Kostüme oder Bühnenbilder sprechen könnten, hätten sie im Theater Erfurt so manches zu erzählen. In Giuseppe Verdis Ein Maskenball stammen beispielsweise 80 Prozent der Bühnenwände aus den letzten beiden Spielzeiten. Angefangen als Steilküste in Benjamin Brittens Oper Peter Grimes, wurden sie bei Giacomo Puccinis Tosca zu einer Art Hörsaal mit Zuschauerrängen, ähnlich wie in einem Seziersaal in der Pathologie, und schließlich zu einem Teil der Klagemauer in Mendelssohns Oratorium Elias. Jetzt entstehen daraus Höhlen und ein Schutzraum unter der Erde, in dem die Elite in Verdis Oper das Leben in vollen Zügen voller Partys genießt, solange das Ende noch nicht in greifbarer Nähe ist. Direkt darunter befinden sich höhlenartige Felsformationen. Hier fristet das einfache Volk sein Dasein. Die Theaterplastikerinnen haben in den Höhlen spezielle Bühnengaze mit Tackern und Kabelbindern befestigt und so geformt, dass eine organisch wirkende Höhlenoptik entstand. Der verwendete Stoff war zuvor bereits bei den DomStufen-Festspielen im Einsatz. Die Außenstruktur der Höhlen besteht aus altem Unterlegstoff aus Nessel aus dem Malsaal. Ein riesiges Gestell wurde damit bespannt, malerisch gestaltet und mit speziellem Flammenschutzmittel behandelt. Claudia Fischer, die Leiterin des Malsaals, verzierte die Wände mit typischer Höhlenmalerei und verlieh ihnen so den letzten Schliff.