Lust auf Theater?
Zum heutigen Welttheatertag machen viele Häuser auf ihre vielfältigen Angebote aufmerksam. Ein spontaner Theaterbesuch ist heute nichts Ungewöhnliches mehr. Allein in Thüringen ist die Theaterdichte so hoch, dass das Programmangebot der über zehn prächtigen Theaterhäuser und Orchester es dem Publikum nicht leicht macht, eine Entscheidung zu treffen. Hinzu kommen die prall gefüllten Veranstaltungskalender der Städte, die ebenfalls mit einem bunten Freizeitprogramm locken.
Theater sind weitaus mehr als nur Spielorte für klassische und moderne Opern, Musicalproduktionen, Konzerte, Tanztheater und Ballett. Sie bieten einen Zufluchtsort, einen Ort, an dem alles möglich ist, einen Ort voller Vielfalt. Gerade in Zeiten anhaltender Kriege und unzähliger Bombardierungen spielt die Kunst eine wichtige Rolle im Leben der Menschen. So beschreibt die aus Teheran stammende Regisseurin Mina Salehpour auch ihre derzeitige Arbeit an der Inszenierung „Anthropolis” in Oslo: „Und wieder sitze ich auf einer Probebühne und inszeniere einen Text über Widerstand, Flucht, Krieg. Und parallel dazu lese ich in den Pausen Nachrichten aus und über den Iran, Nachrichten von meiner Familie. Wieder werde ich gefragt, wie kannst du dich da auf Theater konzentrieren? Die Wahrheit aber ist, wie könnte ich da ohne das Theater existieren? Wie froh ich bin, dass ich mich auf einer Probebühne verstecken kann, für einige Stunden. Raus aus den Wirklichkeiten, hinein in die Möglichkeiten. Nach meiner Probe gucke ich andere Vorstellungen am Haus an, egal, was gespielt wird, ich gehe ins Ballett, in die Oper oder sitze einfach in der Kantine und spreche über Theater. Wie froh ich bin.“
Im Theater Erfurt haben Sie morgen noch ganz spontan die Möglichkeit, die Premiere von Charles Wuorinens Oper Brokeback Mountain zu sehen. Eine Oper, die unter die Haut geht – intensiv, verstörend und zutiefst berührend. „Es ist eben Musiktheater, wo man nicht ganz einfach an der Realität klebt, sondern auch eine zeitlose Geschichte von zwei Männern erzählt, die an ihrer Umwelt scheitern“, sagt Regisseur Jakob Peters-Messer. Die Frage ist dann doch am Ende: Wie viel von sich selbst kann ein Mensch verleugnen, ohne daran zu zerbrechen?
Karten und weitere Informationen erhalten Sie im Besucherservice und online.