Für einen Jäger unvorstellbar – für das Theater Erfurt kein Problem
Die Märchenoper Rusalka von Antonín Dvořák und Jaroslav Kvapil spielt in Erfurt in einem dreigeschossigen Schloss. Im obersten Geschoss befindet sich der Festsaal des Prinzen. Für dessen Ausgestaltung hat Ausstatter Hank Irwin Kittel nicht nur eine riesige Tafel aufgestellt, sondern auch insgesamt 52 Hirschgeweihe an den Wänden platziert, die die zahlreichen Erfolge der feinen Jagdgesellschaft visualisieren sollen. Zur Beschaffung der Geweihe brauchte es weder gute Kontakte zu Jägern, noch musste ein Tropfen Blut fließen. Insgesamt 48 kleinere und 4 große Hirschgeweihe stellten die Kolleginnen aus der Kaschierwerkstatt im Sommer dieses Jahres her. Die Grundgestelle wurden zunächst in der Schlosserei angefertigt und im Anschluss von der Theaterplastikerin Claudia Wilke mit handelsüblichem Pistolenschaum, der für einen täuschend echten „Look“ sorgt, umhüllt. Die Hirschschädel fertigten die Kolleginnen parallel aus spezieller Gießmasse. Diese wurde in extra dafür hergestellte Gipsformen gegossen, nach dem Trocknen bemalt und mit den Geweihgestellen fest verbunden. Neben den zahlreichen Geweihen standen etliche Fisch-Modelle auf der Requisitenliste für die Märchenoper Rusalka.