Johannes Bellmann sorgt für den richtigen Klang
Um den unverkennbaren musikalischen Klang von Wolfgang Amadeus Mozart authentisch wiederzugeben und dem Publikum zugänglich zu machen, haben sich die Orchesterdirektorin Elke Dörr und der Generalmusikdirektor Hermes Helfricht für die Anmietung eines Hammerflügels der Firma J. C. Neupert – Manufaktur für historische Tasteninstrumente – eingesetzt. „Der Nachbau von Anton Walters Hammerflügel von 1795 ist echte deutsche Wertarbeit“, so Bellmann, der schon viele historische, aber auch moderne Flügel, Klaviere und Cembali repariert und gestimmt hat. Die Hammerflügel aus Bamberg sind für ihre gute Stabilität bekannt und verstimmen sich nicht so schnell. Im Gegensatz zu späteren Modellen, die sich zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert weiterentwickelt haben, haben sie noch keine Gusseisenplatte, die Saiten sind viel dünner und der Flügel spielt deswegen auch viel leiser. „Jedes historische Instrument, egal ob Barockcello oder Cembalo, hat eine schlechtere Stimmhaltung als moderne Instrumente. Durch Lichteinstrahlung, Wärme und Temperaturveränderungen verstimmen sich historische Instrumente sehr schnell und müssen deshalb viel öfter nachgestimmt werden“, sagt Johannes Bellmann.
Als gelernter Klavierbauer war er am Dienstagmorgen etwa eine Stunde lang im Orchestergraben, um den Hammerflügel für die Endproben von Don Giovanni vorzubereiten. Bis einschließlich Samstag wird er noch drei Mal zum Nachstimmen ins Theater kommen, damit am Premierentag alles perfekt klingt. „Beim Spielen „alter“ Musik auf entsprechenden Instrumenten ist es durchaus üblich, dass diese bis zu sieben Mal pro Konzert nachgestimmt werden. Das ist zum Beispiel bei Streichinstrumenten der Fall. Und auch der Cembalist stimmt sein Instrument in der Pause nach“, erklärt Bellmann.