Language

Form for quick search

Griechische Schicksale – Begleitveranstaltung zu "Eleni"

Sonntag | 8. Januar | ab 17:00 Uhr | STUDIO.BOX

Podiumsdiskussion mit Musik im Anschluss an die Vorstellung von Eleni
Mit: Myron Michailidis, Kostas Kipuros, Guy Montavon und Susanne Grütz

Der Griechische Bürgerkrieg entzweite zwischen 1946 und 1949 die griechische Gesellschaft. Kommunistisch gesinnte Partisanen und die von den Westmächten unterstützten Royalisten bekämpften sich bis aufs Blut. Die Zahl der Toten des Bürgerkrieges schwankt je nach Angabe zwischen 44.000 und 158.000, die der Flüchtlinge zwischen 80.000 und 703.000. Ab 1948 wurden von der kommunistischen Kriegspartei rund 28.000 Kinder und Jugendliche teils freiwillig, teils – wie in Eleni beschrieben – unter Zwang, aus der Kampfzone evakuiert und in kommunistische Bruderstaaten verbracht. Etwa 1.100 dieser griechischen Minderjährigen landeten schließlich auch in Deutschland: ein Großteil im damals noch sowjetisch besetzten Sachsen und 95 Jugendliche auch in Erfurt, wo sie auf dem Petersberg eine Berufsausbildung erhielten.

Im Gespräch mit Intendant und Regisseur Guy Montavon, dem aus Kreta stammenden Dirigenten Myron Michailidis sowie dem Leipziger Journalisten und Musiker Kostas Kipuros gehen wir Einzelschicksalen nach, die aus dem den Hintergrund der Oper Eleni bildenden Griechischen Bürgerkrieg resultierten.


Kostas Kipuros (* 1956) ist der Sohn zweier griechischer politischer Emigranten. Aufgewachsen in Radebeul und Leipzig wurde er nach dem Journalistik-Studium Redakteur und später Ressortleiter für Außenpolitik der Leipziger Volkszeitung. Inzwischen im Ruhestand ist er Vorsitzender des Griechenhauses Leipzig e.V. und Mitinitiator eines Interviewprojektes mit den einstigen griechischen Emigrantenkindern. Gemeinsam mit der Sängerin Susanne Grütz präsentiert er (an der Bouzouki) Ausschnitte aus ihrem Programm Lieder aus der griechischen Seele – Musik, mit der die jungen griechischen Emigranten seinerzeit aufwuchsen.