Sieben Wochen Probenzeit bis zur Premiere
Auf der Probebühne war gestern richtig was los. Zur großen Freude von Regisseurin Alexandra Pape, der Bühnengestalterin Tamara Stotz, der Kostümbildnerin Yeon-Sung Monz und der Dramaturgin Anna Nolte nahmen neben den zum Teil doppelt besetzten Hauptrollen, auch der Opernchor, Kolleginnen und Kollegen aus der Verwaltung und Technik sowie die Premierenklasse aus dem Königin-Luise-Gymnasium Erfurt an der Konzeptionsprobe für Mozarts Meisterwerk Don Giovanni teil.
Die Regisseurin legt den Fokus in ihrer Inszenierung einerseits auf die Figur des Don Giovanni und andererseits auf die Frauenfiguren im Stück. Sie versucht, die jeweiligen Perspektiven und Absichten der Figuren herauszuarbeiten. Was treibt den Vergewaltiger zu immer neuen Grenzgängen? Ist er ein Narzisst? Hält er es schlichtweg nicht aus allein zu sein? Zerbricht er am Ende an der Einsamkeit? Bei den Frauen, die zu Opfern von Don Giovannis Manipulation und Übergriffen wurden, liegt der Schwerpunkt auf ihrem Austausch über das Erlebte und einem gemeinsamen Rachefeldzug. Alle Figuren haben vielschichtige Charaktere, ihre Handlungen sind zu keiner Zeit vorhersehbar. Für die berühmte Schlussszene, in der Don Giovanni dem Geist des Komturs begegnet, der ihn für seine Taten bestraft, wählt Alexandra Pape einen anderen Weg, um die übernatürliche Ebene darzustellen.