face me - Le Sacre du printemps

Das rituelle Frühlingsopfer eines jungen Mädchens, welches sich zu Tode tanzt, provozierte 1913 bei der Uraufführung des Balletts von Igor Strawinsky einen Aufschrei bei Publikum und Kritik. So dicht sind Tonalität, Rhythmik und Motivik miteinander verwoben und geschichtet, dass die Musik dieses Menschenopfer körperlich spürbar werden lässt.

Selbstaufopferung ist auch über hundert Jahre nach der Uraufführung ein aktuelles Thema, ob im privaten, ganz alltäglichen Bereich, oder in gesellschaftlichem, religiösen Kontext. Für Le sacre du printemps entwickelt Ester Ambrosino eine Choreografie mit 18 Tänzer*innen, in der sie das erschreckend aktuelle Phänomen der rituellen Selbstopferung zur Musik von Strawinsky auf seinen Ausdruck in Bewegung untersucht.

Die Vereinzelung des Individuums, die auch mit der weiter um sich greifenden Technisierung unserer Gesellschaft einhergeht, lässt die Grenzen zwischen Realität und medial generierter Wirklichkeit verschwimmen und stellt uns vor die Frage ob wir selbstbestimmte Gestalter oder manipulierte Opfer sind. Im ersten Abschnitt des zweigeteilten Abends hält die Technisierung auch auf der Bühne Einzug, wenn konventionelle Hör- und Sehgewohnheiten durch elektronische Musik und 3D-Projektionen aufgebrochen werden. Zwei Tänzer sehen sich mit dieser interaktiven Klang- und Bildlandschaft konfrontiert. Nach Reprise in der vergangenen Spielzeit ist face me – sacre ihre zweite Inszenierung im Rahmen des Projektes TanzWert.

Kooperation des Tanztheaters Erfurt e.V., des DNT Weimar und des Theaters Erfurt im Rahmen des Projektes TanzWert, gefördert von TANZPAKT Stadt-Land-Bund aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Besetzung

Orchester

Philharmonisches Orchester Erfurt

  Philharmonisches Orchester Erfurt

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