Werke & Delikatessen
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Crossmediale Auseinandersetzung mit Sport und Zeitvertreib

Kann eine Komposition eine „klingende Landschaftsmalerei“ sein? Kann man mit Musik einen Raum möblieren und kann sie die Form einer Zeichnung nachbilden? Ausgehend von den Texten, Musik und Ideen dreier Komponisten des 20. Jahrhunderts nähern sich Regisseur und Darsteller Markus Weckesser, Pianist Stefano Cascioli und Schauspieler Martin Vogel dem Thema Sport und Zeitvertreib.
Der amerikanische Komponist und Baseball-Fan Charles Ives liebte die Landschaften des Adirondack-Naturreservats. So sind seine Kompositionen sowohl von seinem Lieblingssport als auch von seinem Urlaubsdomizil inspiriert. Kompositorisch strebte Ives unter anderem die Verwirklichung einer Art Landschaftsgemälde in Tönen an, das man so hören können sollte, wie man eine Aussicht betrachtete.
Sein äußerst gewitzter und eigenwilliger französischer Kollege Erik Satie behauptete, dass ein Komponist nicht das Recht habe, „die Zeit seiner Zuhörer unnötig in Anspruch zu nehmen“. Folglich entwickelte er das Konzept der „Musique d’Ameublement“, einer Art Hintergrundmusik, mit der man sich wie mit Mobiliar umgeben sollte. Immer wieder begegnet man in seinem Œvre der typisch satie(ri)schen Ironie, die es äußerst schwierig macht, den eigentlichen Standpunkt des Komponisten zu bestimmen. Seine (ernstgemeinten) Kompositionen überschrieb er mit unangemessenen, absurden Vortragsanweisungen und Titeln. Außerdem durchsetzte oder begleitete er sie mit witzig-irritierenden Kommentar-Texten. Einige seiner Werke gelten als Vorläufer der später entstandenen Minimal Music, andere dagegen sind crossmediale Gesamtkunstwerke aus Grafik, Text und Musik. Eines dieser Werke ist auch der Klavierminiaturenzyklus Sports et divertissements, der auf 20 Illustrationen des zeitgenössischen Künstlers Charles Martin basiert, welche das Thema „Sport und Zeitvertreib“ behandeln. Mit sehr amüsanten, teils surreal anmutenden Textchen und Musik, die tonmalerisch auf die Themen der Zeichnungen, aber auch minutiös auf einzelne seiner Worte eingeht, formte Satie aus Zeichnung, Musik und Dichtung ein multimediales Gesamtkunstwerk, das eine völlig neue Art des Musizierens erforderte und darüber hinaus die Rolle des Zuhörers von Grund auf neu definierte.
Ergänzt um eine Komposition von Karlheinz Stockhausen entsteht aus Werken der drei avantgardistischen Komponisten „Eine Stunde Neuland“ – ein Abend voll musikalischer, visueller und sprachlicher Mittel, der die Grenzen zwischen Konzertperformance, Videoinstallation und Inszenierung verwischt.

Künstlergespräch im Anschluss an die Vorstellung
Bei einem Getränk kannst du mit den beteiligten Künstlern ins Gespräch kommen und den Abend gemütlich ausklingen lassen!

Vorstellungen 5. bis 22. Dezember 2019, STUDIO.BOX

Besetzung

Stefano Cascioli Pianist
Martin Vogel Schauspieler
Markus Weckesser Schauspieler

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