Theresienstadt-Abend

Theresienstadt-Abend

Die Mädchen von Zimmer 28
Lesung Mein Theresienstädter Tagebuch und Musik mit dem Ensemble Zwockhaus


Cover Tagebuch

Der Abend verbindet eine Lesung aus dem Buch Mein Theresienstädter Tagebuch 1943-1944 und die Aufzeichnungen meines Vaters Otto Pollak von Helga Pollak-Kinsky, Überlebende von Theresienstadt und Auschwitz, mit Liedern von Ilse Weber und des Theresienstädter Kabaretts, dargeboten vom Berliner Ensemble Zwockhaus.

Die gebürtige Wienerin Helga Pollak war zwölf Jahre alt, als sie mit ihrem Vater Otto Pollak ins Ghetto Theresienstadt deportiert wurde. Vom 27. Januar 1943 bis zu ihrem Transport nach Auschwitz am 23. Oktober 1944 lebte sie im Mädchenheim L 410, Zimmer 28. Dort schrieb sie ihr Tagebuch, das 2014 von Hannelore Brenner/Edition Room 28 erstmals vollständig veröffentlicht wurde. Es nimmt die Zuhörer mit in die Welt von damals, in den Mikrokosmos Zimmer 28, einer "Insel im tobenden Meer".

Eingebettet in den historischen und biografischen Kontext und verbunden mit den Kalendernotizen ihres Vaters Otto Pollak machen die in diesem Buch vereinten Dokumente und Erinnerungen die Zusammengehörigkeit dieser beiden Menschen fühlbar, die Verwobenheit ihrer Erlebnisse, Ängste und Hoffnungen.

Seit 2008 bereichert das Ensemble Zwockhaus die Lesungen aus Helgas Tagebuch mit ihren authentisch dargebotenen Liedern aus Theresienstadt. Welch‘ elementare Kraft der Kunst innewohnt, was künstlerisches Schaffen bedeuten kann für Menschen, die vor einem Abgrund stehen, das machen sowohl die Texte von Helga wie auch die Lieder aus dem Ghetto spürbar, im Besonderen auch die Lieder von Ilse Weber. Die deutschsprachige jüdische Schriftstellerin aus der Tschechoslowakei war als Krankenschwester in der Kinderkrankenstube des Ghettos eingesetzt und wurde im Oktober 1944 mit 41 Jahren zusammen mit ihrem Sohn Tommy im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau mit Gas ermordet. Ihre Lieder und Gedichte, die sie nachts in Theresienstadt schrieb und tagsüber den kranken jungen und alten Menschen vortrug, müssen im Lager sehr verbreitet gewesen sein, wurden aber erst viele Jahre nach der Befreiung und dem Kriegsende einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Ensemble Zwockhaus hoch

Mitwirkende

Maria Thomaschke Sängerin
Andreas Joksch Sänger/Vorleser
Nicolai Orloff Klavier
Carolin Blumert Vorleserin
Hannelore Brenner, Winfried Radeke Musikalische Leitung




In Zusammenarbeit mit:
Erinnerungsort Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz
Ein Geschichtsmuseum der Landeshauptstadt Erfurt
Room 28 Projects/Room 28 e.V.

Fotos: Evelin Frerk

Termine & Karten

  • 25.01.20 Sa
    20:00 Uhr / STUDIO.BOX

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