Orpheus und Eurydike
Orpheus und Eurydike
Orpheus und Eurydike

Orpheus und Eurydike

Orpheus beweint Eurydikes Tod. In seinem grenzenlosen Schmerz fordert er von den Göttern die Rückgabe Eurydikes. Amor erscheint und überbringt dem klagenden Orpheus eine Botschaft Jupiters: Er darf hinab in die Unterwelt, um Eurydike zurückzuholen, doch ist es ihm verboten, sie dabei anzusehen. Im Reich der Schatten angekommen, umringen Furien den nahenden Orpheus. Unbeirrt bahnt er sich den Weg zum Elysium, wo er auf Eurydike trifft. Ohne sie anzusehen, nimmt er sie mit sich, um sie ans Tageslicht zu führen. Vor diesem seltsamen Verhalten irritiert, zweifelt Eurydike an seiner Liebe und will erneut sterben. In höchster Not wendet sich Orpheus daraufhin um - Eurydike stirbt. Erneut beklagt er sein Leid und will seinem Leben ein Ende setzen, als Amor abermals erscheint. Gerührt von Orpheus' großer Liebe, erweckt er Eurydike noch einmal zum Leben.

Die Geschichte der Oper ist untrennbar mit der Sage des singenden Orpheus verbunden. Im Jahr 1607 hatte Claudio Monteverdi mit seiner "Favola in musica" L'Orfeo eine mustergültige Grundform für die noch junge Form der Oper geschaffen. 1762, fast 150 Jahre später, beriefen sich Gluck und sein Librettist Ranieri de' Calzabigi ebenfalls auf den Orpheus-Mythos, um die mittlerweile in die Jahre gekommene Gattung einer gründlichen Reform zu unterziehen. Ihre Bemühungen um eine Rückführung der Oper auf die Grundlagen des Dramas sollten bis hin zu Wagners Überlegungen zum Musikdrama nachwirken. Glucks Musik verzichtet in ihrem Ringen um Wahrhaftigkeit auf virtuose Arien im Stil der traditionellen Opera seria und bevorzugt dagegen einfache Liedformen. Der Chor avanciert - in Anlehnung an die französische Tragédie lyrique - zu einem zentralen Handlungsträger, und auch der Tanz erfährt eine neue dramaturgische Aufwertung.

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