In der Strafkolonie

In der Strafkolonie

Ein Forschungsreisender besucht die Strafkolonie eines fremden Landes und wird von dessen neuem Kommandanten gebeten, einer Hinrichtung beizuwohnen. Ein Offizier demonstriert und erklärt ihm begeistert die Maschine, mit der dort bisher sämtliche Exekutionen vollstreckt wurden. Obwohl der Forschungsreisende zunehmend von der unfassbaren Grausamkeit der Methode und der Nicht-Existenz eines gerechten Gerichtsverfahrens entsetzt ist, sieht er sich dennoch nicht in der Lage einzuschreiten. Als der Offizier realisiert, dass seine Überzeugungen nicht mehr länger Akzeptanz finden, bleibt nur noch eine Option offen … und die Maschine offenbart ihr wahres Grauen.

Franz Kafkas meisterhafte allegorische Erzählung, die sich zunächst mit dem Thema Todesstrafe zu befassen scheint, ist weitaus zeitloser und vielschichtiger, als man auf den ersten Blick glauben mag. Kafkas dichterische Vorlage entspinnt eine weitreichende Erkundung der Fragen nach Humanismus, Prinzipientreue und Verblendung und offenbart die absurde Logik eines totalitären Systems, welche letztlich jede Form von Menschlichkeit unterläuft.

Mit den unablässig pulsierenden Klangmustern seiner eindringlichen Minimal Music findet Philip Glass in seiner Vertonung für Tenor, Bass und Streichquintett eine musikalische Entsprechung für die geschilderte Unerbittlichkeit von Maschine und Rechtssystem.

Flatrate #3_rauschen

Termine & Karten

  • 13.03.20 Fr
    20:30 Uhr / Studio
    Premiere
  • 22.03.20 So
    15:00 Uhr / Studio
  • 29.03.20 So
    18:00 Uhr / Studio
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