Das schwarze Blut

Das schwarze Blut

In einer französischen Provinzstadt lebt der Philosophielehrer François Merlin, der von allen nur "Cripure" genannt wird, in Anspielung auf den (französischen) Titel von Kants Hauptwerk Kritik der reinen Vernunft.

Er ist ein scheinbar weltfremder Sonderling, verwandt dem Professor Unrat von Heinrich Mann (1905) und dem Peter Kien in Elias Canettis Die Blendung (1935). Zwar genießt er als Gelehrter einen gewissen Respekt, zugleich aber ist er wegen eines körperlichen Defekts, seines vernachlässigten Äußeren und seiner Menschenscheu dem Spott der Schüler, der Lehrerkollegen und der städtischen Elite ausgesetzt. Um ihn herum regieren Dummheit und die menschlichen Abgründe einer Gesellschaft, die sich an einem Hurra-Patriotismus berauscht, ohne die geringste Ahnung vom wirklichen Grauen des Kriegsgeschehens zu haben. Als Cripure in einem Handgemenge seinen ärgsten Widersacher, den karrieresüchtigen Lehrerkollegen Nabucet, ohrfeigt, ist eine Duellforderung die Folge. Cripure hat sich - schon längst des Lebens überdrüssig - bereits damit abgefunden, im Duell zu sterben, da schaffen es seine wenigen Freunde, den Ehrenhandel diplomatisch zu bereinigen. Als dann aber seine Hunde das einzige Manuskript seines Lebenswerks Versuch über die menschliche Schande zerfetzen, erschießt sich Cripure.

Der der Oper zugrundeliegende Roman von Louis Guilloux erschien 1935 und wurde von Schriftstellern wie Albert Camus und André Gide hoch geschätzt. Er gilt als einer der profiliertesten französischen Romane der Zwischenkriegszeit und als eindrückliches Zeugnis der katastrophalen Auswirkungen des 1. Weltkriegs auf das alltägliche Leben.

Premiere Sa, 29. November 2014, Großes Haus

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