Spätromantische Musik

Spätromantische Musik

14.11.2019

3. Sinoniekonzert am 21. und 22. November

In der zweiten Hälfte des 3. Sinfoniekonzerts dirigiert Samuel Bächli, der stellvertretende Generalmusikdirektor, die neunte Sinfonie von Anton Bruckner: ein monumentales Werk mit majestätischen Themen, furiosen Passagen und einem großen Adagio. Bruckner starb, während er an dem vierten Satz arbeitete, und widmete die Sinfonie der Legende nach „dem lieben Gott“. Weniger bekannt ist das Werk, das vor der Pause erklingt. Das Violinkonzert Concerto funebre von Karl Amadeus Hartmann. Den Solopart spielt die stellvertretende erste Konzertmeisterin Anna Stümke, die im Interview mit Stephan Drehmann ihren ganz persönlichen Zugang zu dem Werk erläutert.

Interview

Liebe Frau Stümke, waren Sie an der Auswahl des Concerto funebre für das 3. Sinfoniekonzert beteiligt? Wie ist die Entscheidung zustande gekommen?
Herr Bächli kam vor gut einem Jahr auf mich zu mit dem Wunsch, dieses Stück mit mir in seiner letzten Spielzeit bei uns auf das Konzertprogramm zu setzen. Über sein Angebot habe ich mich unglaublich gefreut, die Entscheidung für die gemeinsame Arbeit war in der gleichen Sekunde gefallen.

Gibt es bei diesem Werk etwas Besonderes zu beachten - bei der Vorbereitung? Bei der Interpretation?
Gerade die Vorbereitung hat mir viele Besonderheiten erst erschlossen - beispielsweise wird im letzten Satz des Konzerts das Arbeiterlied Unsterbliche Opfer, ihr sanket dahin zitiert. Dieses Arbeiterlied war später in der ehemaligen DDR regelmäßiger Bestandteil von Gedenktagen und Trauerzeremonien. Ob wohl diese geschichtliche Entwicklung des Liedes, die ja zu Hartmanns Zeiten noch nicht existierte, unser heutiges Hören des Konzertes beeinflusst?

Das Concerto funebre ist ursprünglich als Reaktion auf den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges entstanden. Welche Rolle spielt dieser Umstand für Sie als Solistin?
Tatsächlich ist es in meinen Augen nicht nur eine Reaktion auf den Ausbruch des Krieges; die Art und Weise der Komposition zeigt, mit wieviel Mut und Zivilcourage sich Hartmann gegen den Nationalsozialismus gestellt hat. Mit den Zitaten eines hussitischen Chorals, der Trauermusik von Paul Hindemith und des bereits erwähnten Arbeiterliedes hat Hartmann politische Verfolgung riskiert. Für mich ist es wichtig, diese klare Haltung auch ins Heute zu transportieren und auch mit einer solchen Aufführung deutlich nein zu sagen zu jeder Form von Antisemitismus oder anderen Formen von Diskriminierung und Gewalt.

Sie treten als Mitglied des Philharmonischen Orchester Erfurt solistisch mit dem eigenen Orchester auf? Was bedeutet das für Sie?
Es ist immer eine große Freude und Ehre, zusammen mit den eigenen Kolleginnen und Kollegen solistisch musizieren zu dürfen, ich freue mich sehr auf die gemeinsame Arbeit!

3. Sinfoniekonzert

Ensemble

Anna Stümke

Anna  Stümke
Konzert

3. Sinfoniekonzert

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