Lieben Sie Brahms?

Lieben Sie Brahms?

02.01.2020

Die zweite Sinfonie floss Brahms nur so aus seiner Feder. Keine dreizehn Monate nach der gefeierten Premiere seiner Ersten wurde sie uraufgeführt, und das Wiener Publikum war erneut begeistert! „Brahms’ neue Symphonie leuchtet in gesunder Frische und Klarheit; durchweg fasslich, gibt sie doch überall aufzuhorchen und nachzudenken“, so schreibt der berühmteste Kritiker des 19. Jahrhunderts, Eduard Hanslick, weiter. Entstanden ist die Sinfonie während des Sommerurlaubs im idyllischen Pörtschach am Wörthersee, und über weite Strecken ist sie eben genau das: eine Sommer-Idylle. Zugleich komponiert Brahms aber zuweilen auch bedrohliche Untertöne, bevor sich die Musik in ein schmetterndes Finale entwickelt.

Vor der Pause steht ein Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow auf dem Programm: Aber nicht das Zweite oder das Dritte, die beide sehr häufig gespielt werden – sondern das erste Klavierkonzert! Es war das erste Stück, das Rachmaninow als Komponist offiziell vollendete, und es klingt trotzdem schon ganz original nach ihm: volle, virtuose Akkordketten muss der Klaviersolist im ersten Satz spielen, dagegen mutet der Mittelsatz wie ein intimes Nachtstück an. Der dritte Satz kombiniert diese Stimmungswelten dann zu einem fulminanten Abschluss.

Als Solist ist der Ire Barry Douglas zu Gast. 1986 hat er die Goldmedaille beim renommierten Tschaikowsky-Klavierwettbewerb in Moskau gewonnen und gehört seitdem zur Weltelite der Pianisten. Zugleich ist er künstlerischer Leiter der Camerata Ireland sowie des Clandeboye Festivals und macht sich so auch um die Musikkultur in seinem Heimatland verdient.

Zu Beginn des Konzerts gibt es eine echte Entdeckung zu machen: Wassili Kalinnikows Zar Boris-Ouvertüre! Kalinnikow ist heute weitgehend vergessen, denn bereits unmittelbar nach seinem Studium erkrankte er an Tuberkulose und starb einige Jahre später. Dabei gehörten so prominente Komponisten wie Tschaikowsky und eben Rachmaninow zu seinen Fürsprechern. In seiner Ouvertüre zeigt Kalinnikow sein Händchen für jubelnde Orchesterfarben und schmachtende Geigenthemen.

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Konzert

5. Sinfoniekonzert

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