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Im weißen Rössl

Operette in drei Akten
Text von Hans Müller und Erik Charell
nach dem Lustspiel von Oskar Blumenthal und Gustav Kadelburg
Gesangstexte von Robert Gilbert
UA Berlin 1930
Fassung der „Bar jeder Vernunft“ (Berlin)

Zahlkellner Leopold ist bis über beide Ohren in Josepha Vogelhuber verliebt, die Wirtin im „Weißen Rössl“ am Wolfgangsee. Die Angebetete hat jedoch ein Auge auf den langjährigen Berliner Stammgast Dr. Siedler geworfen. Dieser wiederum scheint selbst auf Freiersfüßen zu wandeln – Ottilie, Tochter des cholerischen Fabrikanten Wilhelm Gieseke, ist das Objekt seiner Begierde. Der Herzensverwirrungen nicht genug, muss Dr. Siedler außerdem einen gerichtlichen Prozess gegen Gieseke führen, im Auftrag eines konkurrierenden Unternehmens, für das nun wiederum der schöne Sigismund – als Sohn des Chefs – in das Salzkammergut reist. Dort angekommen, erwachen in ihm Frühlingsgefühle für Klärchen, Tochter von Professor Hinzelmann. Zum Glück für alle Beteiligten zieht es auch Seine Majestät Kaiser Franz Joseph II. höchst selbst nach St. Wolfgang, um als gütiger und weiser Deus ex machina alles zu einem guten Ende zu führen.

Ralph Benatzkys Singspiel in drei Akten Im weißen Rössl hat sich seit seiner Berliner Uraufführung im November 1930 ununterbrochen auf deutschen und europäischen Bühnen behaupten können, ungeachtet aller politischen Wirrnisse der Entstehungszeit. Wesentlichen Anteil am Siegeszug dieser Frühform des deutschen Musicals hatten nicht zuletzt überragende Hauptdarsteller wie Max Hansen, Otto Wallburg und Paul Hörbiger. Das tempo- und geistreiche Textbuch stammt aus der Feder von Eric Charell. Doch waren es nicht zuletzt Robert Gilbert und Robert Stolz, die mit Evergreens wie „Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist“ oder „Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“ das Weiße Rössl zu einem wahren Operettentriumph werden ließen.