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Nana

Oper in vier Akten (7 Bildern) von Manfred Gurlitt
Text von Max Brod nach Émile Zola
UA Dortmund 1958
In deutscher Sprache

Um dem Elend der Unterschicht zu entkommen, sucht die als „blonde Venus“ in der gleichnamigen Operette engagierte Nana den Aufstieg in die Pariser Oberschicht. Gefördert und vermarktet wird sie dabei durch Theaterdirektor Bordenave. Freigiebig mit den Reizen ihres Körpers spielend, muss sie bald die Schattenseiten der vermeintlichen Luxusgesellschaft erkennen und wird zum Spielball einer ihr fremden Welt – hin- und hergerissen zwischen der Liebe zum Leutnant Philippe Hugon und zum Marquis Muffat. Als Nana nach langer Abwesenheit todkrank nach Paris zurückkehrt, hat Philippe sich bereits das Leben genommen, bevor sie selbst in den Armen Muffats stirbt.

Manfred Gurlitt (1890–1972) zählt zu den schillernden deutschen Künstlerpersönlichkeiten der 1920er und 30er Jahre. Sein Ruhm als Opernkomponist begründen vor allem sein Wozzeck (1926, nach Georg Büchner) sowie die 1930 in Düsseldorf uraufgeführten Soldaten nach dem Drama von Jakob Michael Reinhold Lenz; beide Werke wurden in den letzten Jahren für das Musiktheater wieder entdeckt. Im Rahmen der Reihe „Erfurt gräbt aus“ präsentiert das Theater Erfurt mit Nana – nach dem gleichnamigen Roman von Émile Zola – die dritte große Oper Gurlitts. Komponiert in den Jahren 1931/32, fand die Uraufführung seiner Nana erst 1958 am Theater Dortmund statt, als Gurlitt bereits seit fast zwanzig Jahren im japanischen Exil lebte. Das Libretto verfasste der vor allem als Herausgeber der Werke Kafkas und Übersetzer der Libretti Leoš Janáceks bekannt gewordene Max Brod.

Spieldauer ca. 3:00 inkl. 1 Pause

Kurzeinführung jeweils 30 Minuten vor Beginn der Aufführung