Nachlass Carl Reinthalers im Theater Erfurt

Die Gesellschaft der Theater- und Musikfreunde Erfurt e.V. konnte aus dem Besitz der Stadtbibliothek Wuppertal den Nachlass des in Erfurt geborenen Komponisten Carl Reinthaler (1822-1896) erwerben. Er besteht aus Musikdrucken, Notenhandschriften und Familienbriefen. Der Bestand wurde dem Theater Erfurt zur Verwahrung übergeben, Chefdramaturg Dr. Arne Langer ist mit der wissenschaftlichen und praktischen Auswertung des Materials beauftragt.
Carl Martin Reinthaler wurde 1822 im Erfurter Augustinerkloster geboren, studierte Theologie und Musik in Berlin. Ein königliches Stipendium führte ihn nach Rom und in Köln war er als Gesangslehrer tätig. Ab 1858 wirkte er in Bremen als oberster Kirchenmusiker und städtischer Musikdirektor. Sein reiches kompositorisches Schaffen wurde beeinflusst u.a. von Felix Mendelssohn, Robert Schumann und Johannes Brahms, mit dem ihn eine enge Freundschaft verband.
Eine Aufführung seines berühmtesten Werkes, des Oratoriums Jephta, 2008 durch die Augustinerkantorei unter Dietrich Ehrenwerth gab den Anstoß für eine nähere Beschäftigung mit Leben und Werk Reinthalers, die zu der viel beachteten Wiederaufführung seiner Oper Das Käthchen von Heilbronn im März 2009 in der Reihe „Erfurt gräbt aus“ führte. Im Zuge der Recherchen gelang es Dr. Langer, den musikalischen Nachlass des Komponisten ausfindig zu machen, und zunächst für die Edition und eine Foyer-Ausstellung zu nutzen. Aus diesem Kontakt ergab sich schließlich die Situation, den Nachlass für Erfurt zu erwerben.

zur Liste